Die zweite Übung

Die zweite Übung wird "Falun Zhuang Fa" (Falun-Pfahlstellung) genannt. Diese Übung ist relativ einfach und besteht aus vier Stellungen, mit denen man den Falun hält. Diese Übung ist sehr leicht zu erlernen. Sie hat aber eine hohe Intensität und auch einen höheren Schwierigkeitsgrad. Worin besteht die hohe Intensität? Bei Stehübungen aller Art ist es immer erforderlich, dass man sich nicht bewegt und für längere Zeit an einem Ort verharrt. Die Hände sollen zudem für sehr lange Zeit in der Höhe gehalten werden. In den Armen lässt sich ein ziehender Schmerz spüren. Darum ist die Intensität sehr hoch. Die Stehhaltung entspricht der Haltung bei der ersten Übung. Jetzt entfällt jedoch das Strecken und Dehnen. Man steht ganz locker da. Die Übung umfasst vier Grundstellungen, mit denen der Falun gehalten wird. Mit nur vier grundlegenden Stellungen sieht sie recht einfach aus. Bei der Kultivierung im Dafa darf eine Bewegung nicht nur einer einzigen Art von Kultivierungsenergie oder dem Praktizieren von nur wenigen Dingen dienen. Jede Bewegung dient hier der Entwicklung von vielen Dingen. Es geht nicht, dass man für die Entwicklung jeder Sache eine bestimmte Bewegung braucht. Ich möchte dir verständlich machen, dass das, was ich dir in deinem Unterbauch eingesetzt habe, und das, was in unserer Kultivierungsschule entstehen wird, weit mehr als Tausende von Dingen umfasst. Überlege einmal: Wenn man für jede einzelne Sache eine Bewegung bräuchte, müsstest du Tausende von Bewegungen machen, was an einem Tag gar nicht zu schaffen ist. Außerdem könntest du dir all die Bewegungen auch nicht merken, selbst wenn du dich noch so sehr anstrengen würdest.

Ein Sprichwort lautet: Der große Weg ist am einfachsten und leichtesten. Die Entwicklung aller Dinge wird makroskopisch und ganzheitlich gesteuert. Deshalb wird man bei der Meditation die besten Resultate erzielen, wenn man auf Bewegungen verzichtet. Auch bei den einfachen Bewegungen wird makroskopisch gesteuert, dass sich viele Dinge während des Übens gleichzeitig entwickeln. Je einfacher die Bewegungen sind, desto umfassender ist die Entwicklung, weil alles makroskopisch gesteuert ist. Diese Übung umfasst vier Positionen zum Halten des Falun. Du spürst dabei, wie das große Falun sich zwischen deinen Armen dreht. Dieses Gefühl werden fast alle Praktizierenden haben. Bei der ruhigen Stehübung ist es nicht erlaubt, ins Schwanken zu kommen oder hin und her zu hüpfen wie bei den Methoden, bei denen die Menschen von irgendwelchen Dingen besessen sind. Das ist nicht korrekt. Das ist keine Kultivierung. Weißt du etwa von einem Buddha, Tao oder einer Gottheit, die so hin und her schwankten und herumhüpften? Bestimmt nicht.