Das Buddha-Fa und der Buddhismus

Wenn die Menschen über Buddha sprechen, denken viele sofort an den Buddhismus. Eigentlich ist der Buddhismus nur eine der Formen, in denen das Buddha-Fa in der Menschenwelt erscheint; denn das Buddha-Fa zeigt sich in der Menschenwelt auch noch auf andere Weise. Mit anderen Worten, der Buddhismus kann nicht das gesamte Buddha-Fa wiedergeben.

Im Buddhismus ist auch nicht alles von Buddha Shakyamuni gelehrt worden. Es gibt auf der Welt noch andere Formen des Buddhismus, die Buddha Shakyamuni nicht als ihren Meister verehren, und tatsächlich haben einige gar nichts mit Buddha Shakyamuni zu tun. Beispielsweise beten die Gelbmützen des tibetischen Buddhismus Tathagata Mahavairocana an und bezeichnen Shakyamuni als Fashen-Buddha des Tathagata Mahavairocana. Und die Weiße Gemeinde des tibetischen Buddhismus, welche Milarepa verehrt, hat weder etwas mit Buddha Shakyamuni zu tun noch erwähnt sie den Buddhismus von Shakyamuni. Zu jener Zeit kannten die Gläubigen nicht einmal den Namen von Buddha Shakyamuni, geschweige denn, wer Buddha Shakyamuni war. Auch die anderen Schulen des tibetischen Buddhismus haben unterschiedliche Kenntnisse über Buddha Shakyamuni. Der Hinayana-Buddhismus betrachtet sich selbst als der rechtschaffene Buddhismus, der von Buddha Shakyamuni gelehrt worden ist, und in der Tat hat er von der Form her die Kultivierungsmethode aus der Zeit von Buddha Shakyamuni übernommen. Er hat die ursprünglichen Gebote und die Kleidung beibehalten und verehrt nur Buddha Shakyamuni. In China ist der Buddhismus erst nach seiner Reform im chinesischen Han-Gebiet eingeführt worden. Die Kultivierungsform hat sich drastisch verändert, und es wird nicht mehr nur Buddha Shakyamuni verehrt, sondern viele Buddhas. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der Gebote verdoppelt, und die Riten der alten chinesischen Volksreligionen sind auch übernommen worden. Bei den religiösen Zeremonien werden chinesische Musikinstrumente wie Muyu, Glocken, Gongs und Trommeln verwendet, und der Stil der Kleidung ist an die alte chinesische Volkstracht angepasst worden. Er wird „Mahayana-Buddhismus“ genannt und unterscheidet sich inzwischen erheblich vom ursprünglichen Buddhismus des Buddha Shakyamuni. Deswegen hat der Hinayana-Buddhismus zu jener Zeit den Mahayana-Buddhismus nicht als Schule von Shakyamuni anerkannt.

Ich habe das alles erwähnt, um die Beziehung zwischen dem Buddha-Fa und dem Buddhismus im Rahmen des Buddhismus zu erläutern. Nun möchte ich es aus historischer Sicht erörtern. In der westlichen Gesellschaft wurde unter den ausgegrabenen Zeugnissen der antiken griechischen Kultur auch das Symbol der Swastika entdeckt. Tatsächlich ist Buddha auch von den Menschen in den weit zurückliegenden Zeiten vor der Sintflut verehrt worden. Zur Zeit der Sintflut überlebten einige altgriechische Rassen, die in Westasien und in den südwestlichen Regionen des Himalaya gelebt hatten. Sie hießen damals Brahmanen und sind die heutigen, weißhäutigen Inder. Und tatsächlich ist Buddha anfangs vom Brahmanismus verehrt worden. Er hatte die Tradition der Buddha-Verehrung von den alten Griechen geerbt, welche die Buddhas damals als „Gottheiten“ bezeichneten. Etwa tausend Jahre später begann der Brahmanismus, sich zu reformieren, und zwar ähnlich wie die Reformation des Buddhismus in den modernen Mahayana-Buddhismus, die Veränderungen im tibetischen Buddhismus, die Veränderungen im japanischen Buddhismus und so weiter. Mehr als tausend Jahre später trat der Brahmanismus im alten Indien in die Endzeit des Dharma ein, und die Menschen fingen an, statt Buddha eine Vielzahl anderer Dinge zu verehren. Zu dieser Zeit glaubten die Brahmanen nicht mehr an Buddha; tatsächlich verehrten sie nur noch Dämonen. Das Töten und Opfern von Tieren als rituelle Verehrung fand statt. Als Buddha Shakyamuni geboren wurde, war der Brahmanismus bereits zu einer völlig dämonischen Religion geworden. Das heißt nicht, dass der Buddha sich verändert hatte; die Religion an sich war dämonisch geworden. Unter den verbliebenen archäologischen Funden aus dem alten Indien sind in Berghöhlen immer noch Statuen aus dem frühen Brahmanismus zu finden. Die geschnitzten Statuen von Gottheiten gleichen alle den Abbildungen von Buddhas. Sie sind auch unter den Buddha-Skulpturen des Buddhismus in China zu finden. Beispielsweise gibt es in mehreren großen Höhlen Statuen von zwei sich gegenübersitzenden Buddhas und so weiter. Buddha ist immer noch Buddha; es ist die Religion, die dämonisch geworden war. Die Religion kann Buddhas und Gottheiten nicht vertreten. Es war die Verdorbenheit des menschlichen Herzens, das die Religionen entfremdet hat.

All das zeigt, dass das Buddha-Fa ewig und die Eigenschaft des Kosmos ist. Das mächtige Buddha-Fa hat die Buddhas erschaffen. Es ist also nicht so, dass Buddha Shakyamuni das Buddha-Fa erschaffen hätte. Buddha Shakyamuni hat das Buddha-Fa durch Erleuchtung erkannt, und dadurch wurde seine Erleuchtungsposition bestätigt.

Lasst mich noch ein paar Bemerkungen zu diesem Zyklus der menschlichen Zivilisation machen. Habt ihr gewusst, dass Dao eine Art Gottheit ist, Buddha eine andere Art Gottheit ist und Jehova, Jesus und die heilige Maria ebenfalls eine Art Gottheit sind? Aufgrund der Unterschiede ihrer Kultivierungsziele und ihrer Kenntnisse über das kosmische Dafa, die Sie durch ihre Erleuchtung bestätigt haben, haben sie unterschiedliche Erleuchtungspositionen und ein unterschiedliches Aussehen. Der riesige kosmische Körper wurde vom Buddha-Fa erschaffen und nicht von diesen Buddhas, Daos und Gottheiten. So viel dürfen die Menschen noch wissen, doch das, worüber sie weiterhin unwissend bleiben, ist enorm! Hat Buddha Shakyamuni nicht einmal gesagt, dass die Tathagata-Buddhas so zahlreich sind wie die Sandkörner im Ganges? Könnten die Lehren dieser Buddhas gleich dem Dharma sein, das von Buddha Shakyamuni gelehrt worden ist? Wenn sie in die Menschenwelt kommen, um das Dharma zu verbreiten, kann das dann wirklich mit dem wortgleich sein, das Buddha Shakyamuni erklärt hat? Haben die sechs Buddhas, die Buddha Shakyamuni vorausgingen, das Dharma gelehrt, das Buddha Shakyamuni gelehrt hat? Im Buddhismus wird gesagt, dass der zukünftige Buddha Maitreya in die Menschenwelt kommt, um das Fa zu erklären; wird er dann die Worte von Buddha Shakyamuni wiederholen? Ich finde es traurig, dass der heutige Buddhismus einen Punkt erreicht hat, an dem er törichterweise von der Religion an sich besessen ist, anstatt sich tatsächlich zu kultivieren. Heuchler und religiöse Schurken verderben sowohl die Kultivierungsstätten als auch die Mönche. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das aber gar nicht so überraschend. Tatsächlich hat Buddha Shakyamuni schon damals über die Situation in der Endzeit des Dharma gesprochen. Wie unterscheidet sich denn der moderne Buddhismus noch vom Brahmanismus in seinem letzten Stadium?

Heute bin ich noch einmal in die Menschenwelt gekommen, um das Fa zu verbreiten, und zwar direkt das ursprüngliche Dafa des Kosmos. Manche wagen das nicht anzuerkennen, doch nicht wegen der Kultivierung an sich, sondern um die Religion zu bewahren oder weil ihnen die Gefühle der gewöhnlichen Menschen in die Quere kommen. Sie setzen die Religion an sich mit Buddha gleich. Bei manchem ist dadurch sein Ansehen in den buddhistischen Kreisen infrage gestellt worden; sein menschliches Herz ist aufgeregt und sträubt sich dagegen. Ist das noch eine kleine Anhaftung? Und diejenigen mit Hintergedanken, die es wagen, sogar das Buddha-Fa und die Buddhas zu verleumden, sind bereits zu Gespenstern in der Hölle geworden. Es ist nur so, dass ihr Leben auf der Erde noch nicht zu Ende ist. Sie halten sich immer für religiöse Gelehrte, aber wie viel wissen sie denn wirklich über das Buddha-Fa! Sobald von Buddha die Rede ist, bringen sie es oftmals sofort mit dem Buddhismus in Verbindung; sobald buddhistische Schulen erwähnt werden, denken sie, dass über die buddhistischen Religionen gesprochen wird, denen sie angehören; sobald das Buddha-Fa erwähnt wird, halten sie es für das, was sie kennen. Auf der ganzen Welt gibt es seit langem viele Menschen, die sich tief in den Bergen kultivieren. Viele von ihnen kultivieren sich nach verschiedenen Kultivierungsmethoden der buddhistischen Schule, die seit Tausenden von Jahren überliefert werden, und haben nichts mit der Religion von Shakyamuni zu tun. Was für eine Qualifikation haben diese religiösen Schurken, die noch nicht einmal solche Konzepte und Begriffe auseinanderhalten können, um Falun Dafa zu kritisieren? In der Vergangenheit hat das Erscheinen von Jesus das Judentum erzürnt; vor 2500 Jahren erschütterte das Erscheinen von Shakyamuni den Brahmanismus. Es scheint, dass die Menschen nie positive Lehren aus der Geschichte ziehen können; stattdessen lernen sie immer nur aus negativen Lektionen, um ihre eigenen Interessen zu wahren. Im Kosmos gibt es die Gesetzmäßigkeit des Entstehens, Bestehens und Verderbens – nichts ist ewig und unveränderlich. In verschiedenen geschichtlichen Epochen kommen Buddhas auf die Welt, um das Fa zu überliefern und Menschen zu erlösen. Die Geschichte entwickelt sich auf diese Weise. Auch die zukünftige Menschheit wird das Buddha-Fa hören.

Li Hongzhi
17. Dezember 1998